Ongoing and concluded PhDs

PhD researcher or student information

Kevin Fredy Hinterberger

Contact email: kevin.fredy.hinterberger@univie.ac.at

Link to website with profile: https://eif.univie.ac.at/hinterberger/index.php

Discipline: Law

Degrees BA: Mag. iur.

MA/LLM:

PhD Research Information

Regularisierungen von irregulären Migrant*innen (regularisations of irregular migrants)
Eine rechtsvergleichende Untersuchung von Deutschland, Österreich und Spanien (a comparative legal analysis of Germany, Austria and Spain)

Brief description:

Irreguläre Migration ist es ein durch Normen geschaffenes politisches und soziales Phänomen; mit anderen Worten produzieren von Staaten erlassene Normen die aufenthaltsrechtliche Irregularität von Migrant*innen. „Irregulär“ bezeichnet in der Folge den aufenthaltsrechtlichen Status jener Migrant*innen, welche durch die Nichterfüllung oder Verletzung von bestimmten Rechtsvorschriften kein Aufenthaltsrecht (mehr) haben. Rund 1% der europäischen Bevölkerung ist nach den letzten aktuellen und zuverlässigen Zahlen von 2008 in der EU irregulär aufhältig. Das entspricht zwischen 1,9 und 3,8 Millionen Migrant*innen verteilt auf die damals 27 Mitgliedstaaten und verdeutlicht die hohe gesellschaftliche Bedeutung einer wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Themas. Darüber hinaus stellt die „Bekämpfung“ irregulärer Migration eine der Hauptagenden für die EU dar. Sowohl soziale als auch wirtschaftliche Aspekte machen es für die Mitgliedstaaten bzw die EU nötig, sich dieser Thematik mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu widmen. Einen Beitrag dazu soll dieses Vorhaben leisten.
Meine These lautet, dass Regularisierungen ein wirksames Steuerungsinstrument zur Bekämpfung des irregulären Aufenthalts auf Unionsebene sind und als solches eingesetzt werden sollten. Daher beleuchte ich zunächst konzeptionell die aufenthaltsrechtliche Irregularität und Regularisierungen und ob die Union überhaupt die Kompetenz zum Erlass von Regularisierungen hat. Anschließend analysiere ich Regularisierungen rechtsvergleichend, um die daraus gewonnen Erkenntnisse für die Unionsebene fruchtbar zu machen. Aufbauend auf den Forschungsfragen (siehe unten) gliedere ich meine Dissertation in zwei Teile und sechs Kapitel.
Das erste Kapitel des ersten Teils behandelt zunächst die Mehrebenendimension aufenthaltsrechtlicher Irregularität. Um diese zu beschreiben zu können, erläutere ich einleitend, was unter dem Konzept irregulär Migration zu verstehen ist, und stelle anschließend fest, welche Personen in der EU gerade nicht als irreguläre Migrant*innen anzusehen sind (aufenthaltsrechtlich privilegierte Migrant*innengruppen). Die so ausgearbeitete Negativdefinition dient einerseits zur Abgrenzung des Personenkreises und andererseits zur Darstellung der Ebenen aufenthaltsrechtlicher Irregularität. Im zweiten Kapitel widme ich mich in einer ersten Annäherung Regularisierungen und arbeite diese konzeptionell auf. Unter Regularisierung verstehe ich jede administrative oder verwaltungsgerichtliche Entscheidung, die irregulären Migrant*innen bei Erfüllen der Mindesterteilungsvoraussetzungen ein Aufenthaltsrecht gewährt. Das dritte Kapitel setzt sich mit den Handlungsspielräumen der EU in Bezug auf Regularisierungen auseinander.
Der zweite Teil beschäftigt sich rechtsvergleichend mit Regularisierungen in Deutschland, Österreich und Spanien. Dafür stelle ich zunächst gewisse Themengebiete (Entwicklung des Ausländer- bzw Fremdenrechts, etc) in jedem der drei Mitgliedstaat dar, die für das Verständnis des Rechtsvergleichs notwendig sind (Kapitel 4). Anschließend wende ich im fünften, rechtsvergleichenden Kapitel die kontextuelle Methode an. Nach dieser sieht man das Recht als Ganzes und folglich auch die einzelnen Normen im Kontext zu den historischen, ökonomischen und politischen Gegebenheiten. Den Rechtsvergleich setze ich sodann in einem integrierten Vorgehen um, dh es wird keine Länderberichte im klassischen Sinne geben, sondern Regularisierungen werden anhand des Aufenthaltszwecks kategorisiert und verglichen. Abschließend stellt das sechste und letzte Kapitel einen möglichen unionalen Regularisierungs-Rechtsrahmen vor, der die bisher gewonnenen Erkenntnisse, vor allem aus dem Rechtsvergleich, zusammenfasst und umsetzt.

Irregular migration is a political and social phenomenon that is construed through legal norms; in other words, legal norms produce the irregular residence of migrants. Subsequently ‘irregular’ denotes the legal status of those migrants, which do not possess a right to stay due to the non-fulfilment or violation of certain legal provisions. According to the latest reliable statistics from 2008, approximately 1% of the European population is irregular. At that time, between 1.9 and 3.8 million migrants were spread across the 27 EU Member States. This illustrates the huge social importance of an academic analysis of this topic. Moreover, the fight against ‘illegal immigration’ is one of the top priorities of the European Union. Social as well as economic aspects make it necessary that the Member States and EU give this topic the necessary attention. My project shall contribute to this.
My thesis is that regularisations are an effective steering instrument to combat irregular migration within the EU and should be used as such. Consequently, I will initially analyse irregular residence and regularisations from a conceptual viewpoint and the question if the EU could enact regularisations on the level of the EU. Subsequently, my work deals with a comparative examination of regularisations. Built upon my research questions (see below), the thesis is structured in two parts and six chapters.
The first part deals with a multi-level governance approach to residence rights of migrants and irregular residence. Initially, I will explain the concept of irregular migration and then determine which persons cannot be considered as irregular migrants in the EU (migrants with privileged residence rights). The negative definition that is developed in this sense is used on the one hand to delimitate the group of persons dealt with in this work and on the other hand to describe the multi-level governance approach. In the second chapter, I conceptualise regularisations. I understand regularisation as an administratively or judicially issued decision that grants irregular migrants a right to stay if certain minimum requirements are met. The third chapter deals with the legal competences of the EU with regard to irregular residence and regularisations.
The second part of my work examines Austria, Germany and Spain in comparative manner. In the fourth chapter, I describe certain topics (development of the Law of Foreigners) in each of the three analysed Member States, which are necessary for the understanding of the comparative legal analysis. Subsequently, I apply the contextual method of Comparative Law in the fifth chapter. It considers Law in its historical, economic and political context. I implement the comparative legal analysis via an integrated approach, which means that there will be no country reports (of Austria, Germany and Spain) in the classical sense. Rather, regularisations are categorised and compared according to the purpose of stay. The sixth and last chapter describes how a legal regularisation framework could look in the EU based on the research results of the comparison.

Methodology:

Keywords: Regularisations, irregular migrants, fundamental rights, EU Migration Law, Comparative Law

Language(s) of writing: German

Country: Spain

Home University:

University of Vienna

Faculty:

Faculty of Law – Department of Constitutional and Administrative Law,

Supervisor: Theo öhlinger
Start date: 01-10-2014
PhD current status: PhD Defended
PhD URL:
PhD research funded by: Austrian Academy of Sciences
Name of grant: Doctoral Fellowship (DOC)

Additional information:

Certain parts of my PhD have been already published: - Kevin Fredy Hinterberger, A Multi-Level Governance Approach to Residence Rights of Migrants and Irregular Residence in the EU, European Journal of Migration and Law 2018/20, 182-204. - Kevin Fredy Hinterberger, Eine Regularisierungsrichtlinie der EU: Eine wirksame Lösung für das Vollzugsdefizit von Rückführungen irregulär aufhältiger Migrant*innen in Lanser/Potocnik-Manzouri/Safron/Tillian/Wieser (eds), Social Europe? 1. Tagung junger Europarechtler*innen 2018 (2018) 45-74. - Kevin Fredy Hinterberger and Stephan Klammer, Abschiebungsverbote aus gesundheitlichen Gründen: Die aktuelle Rechtsprechung des EGMR und EuGH zu Non-Refoulement und deren Auswirkungen auf die österreichische, deutsche und spanische Rechtslage – eine Verbesserung der rechtlichen Situation schwer kranker Drittstaatsangehöriger? in Filzwieser/Taucher (eds), Asyl- und Fremdenrecht. Jahrbuch 2017 (2017) 111-148. - Kevin Fredy Hinterberger, Die Mehrebenendimension aufenthaltsrechtlicher Irregularität. Konzeptionelle Überlegungen zum Auftreten irregulärer Migration in der EU in Thym/Klarmann (eds), Unionsbürgerschaft und Migration im aktuellen Europarecht (2017) 155-185.